Risikomanagement: Better Safe than Sorry

Unternehmerisch zu handeln bedeutet, Risiken einzugehen. Erst die Existenz von Risiken erzeugt für den Unternehmer Gewinnchancen. Risiken sind aber oftmals verborgen, wie der unter Wasser liegende Teil eines Eisbergs auf hoher See. Was ist also das richtige Maß an Risiko? Welchen Risiken steht auch eine unternehmerische Chance gegenüber? Und wie groß ist diese? Wie müssen sich Angebots- und Preiskalkulation verändern, damit Risiken angemessen eingepreist sind? Und: Wie viel Risiko kann sich das Unternehmen leisten? Was passiert, wenn ein Risiko schlagend wird? Antworten auf diese Fragen gibt das Risikomanagement.

Risikomanagement macht Risiken beherrschbar

Wenn das Unerwartete eintritt, kann man als Unternehmer darauf gut vorbereitet sein. Das Instrumentarium des Risikomanagements stellt ein mächtiges Werkzeug dar, welches den Unterschied zu Ihren Wettbewerbern ausmachen kann. Denn Risiko im unternehmerischen Kontext ist zunächst einmal nichts anderes, als die Gefahr einer negativen Abweichung des tatsächlichen vom erwarteten Ergebnis. Nicht jedem Verlust liegt also automatisch ein Risiko zu Grunde. Und nicht jedes Risiko muss in jedem Geschäftsjahr zu Verlusten führen.

Allein aus Haftungsgründen sollten Unternehmer jedoch genau wissen, welchen Risiken Sie ausgesetzt sind und wie die Risikorendite aussieht: Wie viel Ertrag erziele ich aus dem Eingehen des Risikos und welches Schadenspotenzial trage ich dadurch?

Risikomanagement in der Unternehmenssteuerung

Risikomanagement stellt eine zwingende Ergänzung bereits etablierter Verfahren der Unternehmenssteuerung dar. Unternehmen, die Risiken nicht quantifizieren oder nicht messen, sind diesen dennoch ausgesetzt. Sie nehmen sich allerdings die Möglichkeit, Risiken und Chancen proaktiv zu steuern. Über eine Bilanz, eine Gewinn- und Verlustrechnung sowie eine Liquiditätsrechnung verfügen praktisch alle Kapitalgesellschaften. Regelmäßig sogar in der Ist- und Plandimension. Mit der Integration des Risikomanagements in diese etablierten Verfahren gewinnt das Unternehmen einen Blick auf die Auswirkung unerwarteter Ereignisse. Diese können in Geld ausgedrückt und direkt mit Bilanz, G+V und Liquiditätsrechnung rückgekoppelt werden.

Beispiele hierfür können sein:

  • Was passiert, wenn unser größter Kunde zahlungsunfähig wird?
  • Was passiert, wenn unsere beiden wichtigsten Lieferanten ausfallen?
  • Wie wirken sich Gesetzesänderungen aus?
  • Wie wirken sich strategische Verschiebungen in den Abnehmerpräferenzen aus?
  • Was passiert, wenn wir Opfer eines Computervirus werden und Produktionsanlagen ausfallen oder Betriebsgeheimnisse verloren gehen?

Diese Liste könnte man beliebig fortsetzen. Vorteile haben Unternehmen, die sich rechtzeitig dieses Themas annehmen und dadurch ihre Krisenresistenz entscheidend erhöhen.

Startpunkt ist die Risikoinventur

Bei der Einführung eines Risikomanagementsystems sollte das Unternehmen sehr methodisch vorgehen, da sich in einer frühen Phase viele Mängel in das Konzept einschleichen können, die zu einem späteren Zeitpunkt nur sehr aufwändig zu korrigieren sind.

Den Startpunkt bildet die Risikoinventur. Hier wird häufig in Form von Expertenbefragungen analysiert, welchen Risiken das Unternehmen ausgesetzt ist. Bereits in dieser Phase werden indikativ Eintrittswahrscheinlichkeiten und potenzielle Schadenshöhen erhoben. Das Ergebnis bildet eine sogenannte Risikolandkarte, aus der Handlungsbedarfe schnell und steuerungsgerecht abgelesen werden können.

Darauf aufbauend erfolgt in der Phase der Risikoklassifizierung eine Wesentlichkeits-einstufung. Es wird entschieden, welche Risiken als bestandsgefährdend eingestuft werden und daher einem besonderen Risikomanagement unterzogen werden sollen.

Auf der Maßnahmenebene stehen grundsätzlich die Normstrategien Risikovermeidung, -reduzierung, -diversifikation, -überwälzung und -akzeptanz zur Verfügung. Für jedes Unternehmen ist die Frage der Risikomanagementmaßnahmen individuell zu beantworten.

Nachdem das Risikomanagementsystem einmalig methodisch und unternehmensspezifisch aufgesetzt worden ist, wird es als Regelprozess in Risikocontrolling und Risikoreporting überführt. Hier werden der vor allem der Erfolg der Risikomanagementmaßnahmen und die Entwicklung des Risikoexposures (Schadenspotenzials) anhand von Kennzahlen überwacht.

Risk Adjusted Pricing und Risikotragfähigkeit

Wichtige Handlungsfelder für den Unternehmer sind die Berücksichtigung von Risikozuschlägen in der Angebots- und Preiskalkulation sowie die Steuerung der Risikotragfähigkeit. Zu jedem Zeitpunkt sollte das gesamte Risikopotenzial des Unternehmens die Risikotragfähigkeit nicht übersteigen. Damit ist sichergestellt, dass große Schadensereignisse die Überlebensfähigkeit des Unternehmens insgesamt nicht gefährden.

Bwl-Consult ist Spezialist für Risikosteuerung

Eine regelmäßige Überprüfung und Anpassung des Risikosteuerungsinstrumentariums an geänderte Markt- und Wettbewerbsbedingungen kann helfen, Krisen zu vermeiden oder deren Auswirkungen entscheidend abzumildern. Wichtige Leitfragen lauten: Sind die eingesetzten Instrumente wirksam? Hat sich das Risikoprofil im Zeitablauf geändert, so dass neue risikobegrenzende Maßnahmen erforderlich sind? Können Teile des vorhandenen Risikomanagementinstrumentariums suspendiert werden, weil das Risikoprofil sich geändert hat? Bildet die vorhandene IT-Lösung die Risikosteuerungslogik noch ausreichend ab? Ist das Reporting empfängerorientiert gestaltet?

Bwl-Consult kann diese Analyse für Sie durchführen und den Handlungsbedarf für Ihr Unternehmen aufzeigen. Denn wir sind Spezialisten für die betriebswirtschaftliche Risikosteuerung. Seit fast 20 Jahren integrieren wir Risikosteuerung und traditionelle finanzwirtschaftliche Unternehmensteuerung. Gern setzen wir methodische oder technische Lösungen auch für Sie um.

Damit erhalten Sie abseits aller persönlichen Haftungsfragen die Gewissheit, die Kollisionsgefahr mit dem Eisberg zu minimieren und im Notfall zu überleben.

 

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